Die Provinzen der Niederlande verfolgen ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele. So müssen beispielsweise die CO₂-Emissionen bis 2030 drastisch reduziert werden, und der Fokus liegt zunehmend auf Kreislaufwirtschaft und energieeffizienten Gebäuden. Die Ziele sind klar, doch die Frage bleibt: Wie lassen sich diese Ambitionen im täglichen Gebäudemanagement konkret umsetzen?
Für die Provinz Nordholland spielt die Digitalisierung dabei eine wichtige Rolle. Die Analyse von Gebäudedaten liefert Erkenntnisse darüber, wie Anlagen funktionieren, wo Energie verbraucht wird und wo Verbesserungen möglich sind.
Laut Vertragsmanager Jildert Douma beginnt Nachhaltigkeit mit Erkenntnissen. Moderne Gebäude verfügen über eine zunehmende Anzahl von Anlagen und Sensoren, die über das Gebäudemanagementsystem Daten liefern. Diese Daten zeigen, wie Anlagen funktionieren und wo Energie eingespart werden kann.
„Wer Gebäude optimieren will, muss zunächst genau verstehen, wie sie funktionieren“, ist seine Überzeugung. Dies gilt nicht nur für Neubauten, sondern auch für bestehende und sogar denkmalgeschützte Gebäude.
Um diese Erkenntnisse zu gewinnen, arbeitet die Provinz mit SPIE zusammen. Innerhalb dieser Kooperation spielt PULSE CORE eine zentrale Rolle. Die Plattform bündelt Daten zu Anlagen, Energieverbrauch und Ausfallprozessen an einem zentralen Ort. Dadurch wird sichtbar, wie Gebäude funktionieren und wo Verbesserungspotenziale liegen.
Die technische Leistung von Anlagen wird mithilfe von KPIs überwacht. Dies ermöglicht Echtzeit-Einblicke in die Funktionsweise von Gebäuden. Diese Informationen helfen, gezielte Entscheidungen hinsichtlich Instandhaltung, Optimierung und Nachhaltigkeit zu treffen.
Die Erkenntnisse der PULSE CORE-Plattform beschränken sich nicht auf Dashboards. In der Praxis führt dies zu konkreten Verbesserungsmaßnahmen: Im Huis van Hilde in Castricum stellte sich beispielsweise heraus, dass Heizkessel neben einer Wärmepumpenanlage gar nicht mehr benötigt wurden. In einem anderen Gebäude wurde festgestellt, dass die Wärmeerzeugung nachts und am Wochenende unnötigerweise aktiv blieb. Durch die Anpassung der Regelungsstrategie konnte der Energieverlust vermieden werden.
Laut den Beteiligten liegt die Stärke nicht nur in der Technologie, sondern vor allem in der Kombination aus Daten, Expertise und Zusammenarbeit. Durch die Verknüpfung von Anlagenwissen mit Datenanalyse entsteht ein klareres Bild der Funktionsweise von Gebäuden. Darüber hinaus ermöglichen Daten den Einsatz neuer Technologien wie KI-Modelle. So lässt sich beispielsweise der Energieverbrauch vorhersagen und Anlagen anhand von Faktoren wie Raumklima, Nutzerverhalten und Wettervorhersagen automatisch optimieren.So wird die Digitalisierung zunehmend zum Schlüssel für Nachhaltigkeit. Durch die kontinuierliche Überwachung von Gebäuden und die Gewinnung von Einblicken in deren Leistung können Organisationen ihre Immobilien effektiver in Richtung Energieeffizienz, Komfort und Zukunftsfähigkeit steuern. Quelle: Duurzaam Gebouwd (https://www.duurzaamgebouwd.nl/)